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Kirchenmusik

Wissenbach: Bergkirche als Vorbild

Becker-von Wolff

Im Dekanat an der Dill gibt es schöne Kirchen und besondere Orgeln. Der Orgelausflug in diesem Jahr führte zu den Orgeln, die in Eschenburg-Wissenbach, Dillenburg-Frohnhausen und in der Kapelle des Herborner Schlosses stehen.

Dekanatskantorin Andrea Zerbe hatte mit ihren Kolleginnen Miyoung Jeon und Regina Zimmermann-Emde zum Orgelausflug eingeladen. Für den ursprünglich angefragten Sebastian Köhler, der erkrankt ist, war der ehemalige Dekanatskantor i.R. Günter Emde eingesprungen. So konnten die Konzerte in Wissenbach, Frohnhausen und in der Kapelle des Herborner Schlosses stattfinden.

Die kleine Reise zu den besonderen Orgeln ist auch deshalb interessant, weil mit den Orgeln auch immer die Kirchengebäude erlebbar werden. Luise Brietzke, die viele Jahre als Küsterin in Wissenbach tätig war, berichtete vom großen Dorfbrand 1879, der große Teile des Dorfes Wissenbach inklusive der alten Kirche vernichtet habe. Danach wurde sehr schnell mit dem Wiederaufbau des Dorfes begonnen. Die neue Kirche wurde 150 Meter weiter westlich vom Standort der alten Kirche errichtet.

Der Herborner Architekt und Kirchenbaurat Ludwig Hofmann nahm sich die im Jahre des Brands fertig gestellte Wiesbadener Bergkirche als Vorbild für die Wissenbacher Kirche. 1881 wurde die neue Wissenbacher Kirche der Gemeinde übergeben. Die Orgel in der Wissenbacher Kirche stammt aus dem Jahr 1954 und wurde von G.F. Steinmeyer erbaut. Kirchenmusikerin Miyoung Jeon spielte ein vielfältiges Programm aus unterschiedlichen Epochen. Sie präsentierte Werke von Johann Sebastian Bach, Olivier Messiaen bis hin zu modernen Orgelbearbeitungen von "The James Bond Theme" und "Joyful, Joyful We Adore Thee" von Ludwig van Beethoven.

Danach führte der Orgelausflug weiter nach Frohnhausen. Auch hier hat ein Feuer am 26. Juli 1778 das ganze Dorf samt Pfarrhaus und Kirche in Schutt und Asche gelegt. Nur wenige Gebäude waren verschont geblieben. Mit dem Wiederaufbau des Ortes wurden die Häuser an außergewöhnlich breiten Straßen wie Perlenschnüre aneinander gereiht. Wer nach Frohnhausen kommt, kann noch heute unschwer die Konsequenz aus der Brandkatastrophe erkennen. 1779 standen bereits wieder die ersten Gebäude. Die evangelische Kirche in Frohnhausen wurde an gleicher Stelle nur größer und höher gebaut als die zuvor abgebrannte Kirche. Teile des Mauerwerks deuten darauf hin, dass der Turm der Kirche in früheren Jahren auch als Wehrturm genutzt wurde.

Aus den Überresten der alten Kirchenglocken wurde im Oktober 1779 in Hungen drei neue Glocken mit entsprechender Inschrift gegossen und am 14. August 1782 “in dem Thurm an ihrem alten Orth” (Heimberger Solz) aufgehängt. Sie haben den Zweiten Weltkrieg überlebt und rufen noch heute zum Gottesdienst im Ort.

Pfarrer Wolfgang vom Dahl sagte, dass er oft gefragt werde, was das Besondere an der Evangelischen Kirche in Frohnhausen sei. Er antworte darauf gerne mit dem Satz: "Das Besondere an der Kirche sind die Menschen darin und wie diese die Kirche mit Leben füllen". Die Orgel in der Kirche Frohnhausen wurde von Günter Hardt erbaut. Günter Emde brachte in dem Konzert in Frohnhausen romantische Orgelwerke von Gaston Bélier, John Ebenizer West, Césasr Franck und Louis Vierne zu Gehör.

Im Anschluss ging es dann weiter zur Kapelle des Herborner Schlosses: Regina Zimmermann-Emde berichtete über die Gründung der Hohen Schule in Herborn als geistiges Zentrum des Calvinismus im Jahr 1584, deren berühmtester Schüler Amos Comenius war. 1818 wurde das Seminar der Evangelischen Kirche gegründet, quasi eine Nachfolge-Organisation der Hohen Schule.

Kirchenbaurat Ludwig Hofmann und Herborner Architekt sanierte das Schloss 1929/30 von Grund auf. In der Vergangenheit diente die Kapelle des Schlosses als Bibliothek und später in der 1980er Jahren als Andachtsraum. 2005 fand eine große Renovierung statt, die das Schloss zu einem vorzeigbaren Tagungshaus umgestaltete. Kriterien der Generalsanierung waren: Schlichtheit, Klarheit und Transparenz.

2005 hielt auch die Orgel in die Kapelle Einzug. Sie wurde von Klaus Becker erbaut, der im Jahr 1955 seine Werkstatt im holsteinischen Kupfermühle gründete. Sein konsequenter Rückgriff auf bewährte Handwerkstechniken war damals außergewöhnlich. Er baute ein selbsttragendes Gehäuse in Massivholzbauweise und vollmechanische Spieltrakturen. Im Konzertteil spielte Regina Zimmermannn- Emde Werke unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen. Das Konzert wurde mit der Suonata prima von Johann Kuhnau, in der der Streit zwischen David und Golith musikalisch und textlich dargestellt wird, eröffnet. Darauf folgte ein Tanz "Fandango" von Margaretha Christina de Jong. Zum Abschluss erklang "Sweet sixteenth - A concert rag for organ von William Albright.

Zum Abschluss des diesjägrigen Orgel-Ausflugs wurden die Konzertbesucher zu einem Sektempfang in den Schlosshof eingeladen.




BU:
Mit Miyoung Jeon startet der diesjährige Orgelausflug in Eschenburg-Wissenbach. Weitere Stationen sind Dillenburg-Fronhausen und Herborn.
FOTO: BECKER-VON WOLFF


 

 

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